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Unser Nepalesischer Gastdozent über seine Online-Lehre

Es hat definitv Vorteile für einen Gastdozenten, digital zu unterrichten, erzählt mir Udaya Raj Dhungana über Zoom, „aber ich wäre schon lieber in Darmstadt gewesen“. Der 40-Jährige arbeitet aktuell an seiner Promotion in Computer Engineering, die er teilweise auch an der h_da durchführt, und unterrichtet an der Pokhara Universität in Nepal. Nach einem Lehraufenthalt in Darmstadt vergangenes Jahr wollte er diesen August wieder für den bereits fest etablierten Kurs „Introduction to Artificial Intelligence“ ins Rhein-Main-Gebiet reisen. Dann durchkreuzte COVID-19 seine Pläne. Doch er und seine Gastgeberin am Fachbereich Informatik, Prof. Dr. Bettina Harriehausen-Mühlbauer, bewiesen große Flexibilität. Die Inhalte des gemeinsamen Blockkurses wurden digitalisiert und die Distanz Nepal – Deutschland zwischen ihm und den Studierenden mithilfe von Online-Sitzungen überbrückt.

Es sei sein erster virtueller Lehrauftrag gewesen, so Dhungana. Die Unabhängigkeit von Zeit und Ort machte es für den Nepalesen einfacher, aber der Kurs erforderte sehr viel mehr Vorbereitungszeit als erwartet. Er, genauso wie die Studierenden, musste sich erst an das Format gewöhnen: „Die Studierenden müssen die Online-Kurse auch ernst nehmen“, so sein Fazit. Im nächsten Jahr würde er gerne wieder vor Ort sein, um sein Forschungsprojekt zur Worterkennung bei Künstlicher Intelligenz auf die deutsche Sprache anzuwenden. Dass ihm der kulturelle Austausch am Herzen liegt, ist eindeutig: seit Beginn der Partnerschaft mit der h_da 2019 unterstützt er Studierende und Lehrende an der Pokhara Universität im Rahmen des ERASMUS+ Programms für Partnerländer bei der Planung ihres Aufenthalts in Darmstadt. Auf meine Frage, was ihm an Deutschland besonders gut gefalle, antwortet er prompt: „Den Ton der deutschen Sprache!“ Er übe sie gerade fleißig, indem er deutsche Lieder höre.

Dhunganas Kurs wurde vom Förder-Programm „englischsprachige Lehrveranstaltungen“ durch das Welcome Center finanziert, um die Internationalisierung@home an der h_da zu unterstützen. Insbesondere Studierenden, die nicht selbst ins Ausland gehen können (das waren 2020 wegen Corona leider viele), ermöglichen die Kurse von internationalen Gastdozenten, ihren kulturellen und inhaltlichen Horizont auch „von Zuhause“ aus erweitern zu können.

Unsere US-amerikanische Gastdozentin Wendy Brooke im Interview

Wendy Brooke zog es nun schon das zweite Mal an die h_da. Das erste Mal war 2014. Nun kam die US-Amerikanerin, die seit über elf Jahren an der University of Wisconsin - Platteville lehrt, wieder für eine Gastvorlesung über Supply Chain Management an den Fachbereich Wirtschaft. Zuvor hatte sie auch in Taiwan und in China gelehrt.

Sie engagiere sich schon länger für die Internationalisierung ihrer Heimatuniversität, denn es sei insbesondere für Studierende der Wirtschaftswissenschaften wichtig, Auslandserfahrungen zu sammeln, so Brooke in diesem Interview. Über Prof. Dr. Matthias Neu hatte sie damals von der Möglichkeit erfahren, an der h_da zu unterrichten – und war direkt begeistert. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sie zurückkehren würde. Dieses Mal fragte die Dekanin, Prof. Dr. Monika Futschik, bei ihr an und lud sie schließlich für die Lehre nach Dieburg ein.

Das International Office finanzierte hierfür die Aufenthalts- und Reisekosten über das QSL-Programm „Internationale Gastdozenturen“, das zum Ziel hat, das englischsprachige Lehrangebot der h_da zu verbessern, und so auch jenen die Möglichkeit zu bieten, interkulturelle Kompetenzen und Einblicke in internationale Fachdiskurse zu gewinnen, die aus verschiedenen Gründen selbst nicht ins Ausland gehen können. Das Programm läuft noch bis Ende 2020. Nähere Infos stellt das Welcome Center zur Verfügung.

Über ihren Kurs, den laut ihr ungefähr 45 Teilnehmer besuchten, berichtet Brooke zufrieden: „Die Studierenden sind super. Zuerst waren sie ein wenig ängstlich, weil ich den Kurs ja auf Englisch halte und ich habe ihnen gesagt, ich werde langsam sprechen und einfache Wörter verwenden (…) Ich glaube, das hat geholfen! Aber ihre Englischkenntnisse waren sehr, sehr gut.“ Sie sei positiv überrascht gewesen, wie viele der Studierenden sicher in der Fremdsprache waren und schätzt, dass circa 20% der Kursteilnehmer schon im Ausland gewesen sein könnten.

Auf die Frage, was ihr an Darmstadt gefällt, antwortet die in Florida wohnende direkt: „Es ist so leicht, hier herumzukommen, die Leute sind sehr freundlich, hilfsbereit und offen gewesen. Ich mag die Outdoor-Cafés, einfach draußen zu sitzen, eine heiße Schokolade zu trinken und Menschen beobachten.“

Für sie ist gerade auch die geografische Lage der Stadt vorteilhaft: „Darmstadt ist so gut gelegen, man kann von hier aus ganz leicht verreisen. Ich habe mir ein Flixticket gekauft für Slowenien, Kroatien, Polen, die Slowakei und ich weiß noch nicht wohin sonst noch.“

Sie hofft, auch zukünftig wieder an die h_da kommen zu können. „Nächstes Mal aber im Sommer“, fügt sie lachend hinzu.

Erfahren Sie mehr zur Internationalisierung@home an der h_da.